Die Welt spricht von Minderheiten. Von Muslimen in Europa und Christen in arabischen Ländern. Von Schwarzen und Weissen, von Asiaten und und und. Und die Welt erzählt Witze über Minderheiten...
Jepp... ich kann mich an meine Kindheit erinnern. Damals wurde ich als Fettsack gehänselt. Was mir heute ein müdes Lächeln entlockt hat damals enorm weh getan. Ich wurde ausgeschlossen, weil ich anders war. Das hat sich erst geändert, als ich einem Schulkollegen den Kopf eingeschlagen habe. Von da an gehörte ich zur Gruppe... auch als Fettsack.
Was mir geblieben ist, nebst dem Schmerz auf meiner linken Backe (ausgelöst durch eine Zuckung der rechten Hand meines Vaters), den ich noch immer zu spüren glaube... das ist das Gefühl wie es ist, ausgeschlossen zu sein. Dieses Gefühl ist nicht wirklich angenehm und dieses Gefühl verursacht Angst. Angst ist ein Treibmittel, sie treibt uns dazu uns Gruppen "anzuschliessen" nur damit wir genau von dieser Gruppe nicht ausgeschlossen werden. Wir gehören zur schweigenden Mehrheit und heissen gut, was eigentlich nicht gut ist. Wir schweigen zu Vorgängen und zu Witzen, die sich gegen Minderheiten richten damit wir nicht selber zur Minderheit gehören. Statt gemeinsam aufzustehen und zu sagen... He, Du Kuhschweizer, halt die Klappe!
Nur funktioniert das mit dem gemeinsamen Aufstehen nicht. Erinnert Ihr Euch an den Vorfall in D, als Kinder (beinahe?) ertrunken sind in knietiefem Wasser und etwa 20 Erwachsene zugesehen haben? Gruppenzwang. Wäre nur einer einen Schritt vorwärts gegangen, hätte nur einer gesagt "helfen wir", viele andere hätten mitgemacht. Aber keiner wollte die sichere Gruppe verlassen. Der Mensch ist ein Herdentier, Individualisten sind die Ausnahme und Alphatiere übernehmen automatisch die Führung. Wohin sich das Alphatier bewegt, dahin folgt die Herde. Nur, dass wir keine feste Herde mehr haben und die Teilnehmer der Herde sich somit stündlich verändern.
Was wir tun können? Das erste, was wir tun können ist hervortreten und unsere Meinung kundtun. Wer schweigt sagt ja zu Unrecht und das ohne wenn und aber. Stehen wir hin und sagen unsere Meinung. Unseren Arbeitskollegen, wenn sie wieder mal einen fiesen Witz machen. Unseren Politikern, wenn sie den falschen Weg gehen. Unsere Kindern, wenn wir selber einen Fehler gemacht haben. Unseren Brüdern und Schwestern, wenn sie sich wieder einmal daneben benommen haben. Unserem Vordermann im Kino, wenn er sich wieder mal gross macht. OK, bei letzterem würde ich die faktische Grösse mit der meines eigenen Körpers vergleichen und dann die tatsächliche Chance des Überlebens berechnen. Aber manchmal ist die eigenen Meinung halt doch nicht ganz so wichtig.
Einfach mal Mut haben und seine eigene Meinung sagen / schreiben. Vielleicht am Anfang nur flüstern, aber schon das kann helfen. Ist zwar nur meine Meinung, aber vielleicht hilft sie ja.
Bist Du eine Minderheit?
Sunday, 13. December 2009
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