Die Schweizer haben es wieder mal geschafft... nachdem wir uns nachrichtenlose Vermögen von im zweiten Weltkrieg verschwundenen Personen einfach so unter den Nagel gerissen und kurz darauf auch noch treue, ehrlicher Steuerzahler aus aller Welt zum Steuerbetrug verführt haben verbieten wir nun auch noch Minarette. Die Iraner haben schon protestiert, die Deutschen haben sich empört, die Amis und die Franzosen auch. Wobei, man muss da etwas differenzieren. Eigentlich waren es "nur" die Regierungen der entsprechenden Länder und die Schreiberlinge der Zeitungen, die den Puls der Zeit noch nicht erkannt haben. Die Völker haben sich nicht beschwert. Egal wo in Europa, die Völker hätten gemäss Umfrage bei Abstimmungen weit mehr Ja-Stimmen in die Urne gelegt als die Schweizer Stimmbürger. Ist da nicht etwas Faul im Staate Europa?
Meiner Meinung nach ist das Problem nicht beim Schweizer Stimmvolk zu suchen sondern in den Regierungen Europas. Zu lange wurden Aengste negiert, zu lange Mulitkulti propagiert. Keiner hat daran gedacht, dass Unbekanntes Angst macht, keiner hat daran gedacht, dass Subkulturen allenfalls schlecht für den Zusammenhalt der Gesellschaft sein könnte. Es geht eigentlich gar nicht um Minarette... es geht darum, dass es zu viele "Splittergruppen" gibt und keine (oder fast keine) Gemeinsamkeiten mehr. Wo man sich früher am Stammtisch oder bei der Reblese solidarisiert hat... da findet man sich heute nicht mehr. Jeder kocht sein eigenes Süppchen.
Es wird Zeit, dass sich Schweizer mit Migrationshintergrund darüber Gedanken machen, wo sie leben wollen. Entweder hier in der Schweiz oder im Ursprungsland. Wenn sie hier in der Schweiz leben wollen, dann erwarten wir auch, dass sie sich integrieren, unsere Sprache lernen und an unserer Gesellschaft teilhaben. Wir erwarten von Schweizern, dass sie zum eigenen Staat stehen und sich dazu äussern, wenn Extremisten jeglicher Couleur wieder mal auf die Bühne treten und den strammen Max (oder Ali, Ben, Francis etc.) spielen wollen. Wir erwarten von Katholiken und Juden, dass sie Greueltaten und Fehler der eigenen Religionen genauso verurteilen wie wir das von Muslimen erwarten.
Wenn ich nach einer Woche zurück an die Abstimmung über das Verbot von Minaretten denke, dann sehe ich nur noch positives. Wir haben Europa aufgerüttelt und einen Denkprozess hüben wie drüben in Gang gebracht, der noch eine Weile andauern wird. Kaum einmal hat eine Schweizer Volksabstimmung in Europa zu so vielen Diskussionen angeregt. Wo auch immer ein reintrample in Diskussionen, von Minaretten ist nicht lange die Rede. Es geht um Integration und den Willen zur Integration. Und, sie bringt viele Leute dazu, endlich mal die eigene Meinung zu äussern.
Gut gemacht, Schweizer Stimmbürger!
Beitraege


es verhält sich, wie beschrieben. hätte es die diskussion nicht gegeben wäre ein anderes thema zum wochenthema mutiert. ja, dieses böse kleine land - welches uns mit skigebieten, schoki und käse versorgt ist jetzt grad nicht mein bester freund. der schweizer ist stolz, der deutsche - nunja, kennt das wort noch aus erzählungen. eine vielzahl der showkritiker wägen die evtl. gefahr lieber im nachbarland als im eigenen.
ehm, wir versorgen Euch mit Schoggi, nicht mit Schoki