Ich frage mich schon seit einiger Zeit, was passieren muss, damit der Bürger merkt, was hier gespielt wird. Wirtschaftsinteressen werden in den Parlamenten beinhart durchgedrückt, die Vertreter der Wirtschaftsverbände unterstützen dafür die Politiker tatkräftig beim Aufbau des eigenen Machtzirkels. Für den Bürger heisst es lapidar, dass die Freiheit zu Gunsten der Sicherheit halt ein wenig eingeschränkt werden muss. Schade nur, dass der Bürger die Salamitaktik scheinbar nicht bemerkt und wenn, dann nur die Faust im Sack macht.
Die Türkei mit einer Suchmaschine ohne störende Ergebnisse und einer Zwangsmail, die auch im Ausweis vermerkt werden soll, Deutschland mit einer Steuersoftware, in deren Eingeweide offenbar der Bundestrojaner eingebaut wurde. Zusammen mit dem biometrischen Pass und den schon geplanten Erweiterungen für die Sicherheitssoftwares und dem Zwang zu Virenfreien Computern ist es nicht abzusehen, wohin wir mit unserem Schiff steuern. Es ist aber zu vermuten, dass wir in der Geschichte von Georg Orwell landen. Big Brother ist watching you, Kleiner....
Wenn hier nun ein paar Schweizer mitlesen... verkneift Euch das schadenfrohe Grinsen. Die Schweizer Regierung ist keinen Deut besser als die Deutschen oder die Amis. Auch die Schweizer haben ihren Bundetrojaner und die Swisscom unterstützt den Bund angeblich tatkräftig beim Schnüffeln.
Aber nicht nur die ganz Grossen mischen mit, auch "kleinere" Anbieter wie Wordpress sind nicht über alle Zweifel erhaben. So erhebt Wordpress im Hintergrund Daten und informiert die User nicht proaktiv.
Nachschlagen:
Als Online-Durchsuchung wird der verdeckte staatliche Zugriff auf fremde informationstechnische Systeme über Kommunikationsnetze bezeichnet. Der Begriff umfasst dabei sowohl den einmaligen Zugriff (Online-Durchsicht) wie auch die, sich über einen längeren Zeitraum erstreckende Online-Überwachung.[1] Als bisher in Deutschland gesetzlich nicht ausdrücklich geregelte Methode staatlicher Informationsgewinnung soll die Online-Durchsuchung im Rahmen der Strafverfolgung, zur Gefahrenabwehr oder zur nachrichtendienstlichen Informationsbeschaffung eingesetzt werden.
Ziel der kriminalpolizeilichen Online-Durchsuchung soll sein, in Einzelfällen und nach einem richterlichen Beschluss die privaten Computer von mutmaßlichen Schwerstkriminellen zu durchsuchen, um Hinweise auf etwaige kriminelle Netze zu erlangen.
Bundestrojaner
Die elektronische Steuererklärung ELSTER (elektronische Steuererklärung) ist ein Projekt der deutschen Steuerverwaltungen aller Länder und des Bundes zur Abwicklung der Steuererklärungen und Steueranmeldungen über das Internet. Bundesweiter Koordinator des Projektes ist das bayerische Landesamt für Steuern in München.
Elster
Nun stehen Sie in einer deutschen Wahlkabine und fragen sich, wem Sie guten Gewissens Ihre Stimme geben können. Da wäre einerseits die CDU. Jene Partei, die unter der Ägide von Wolfgang Schäuble seit Jahren Bundestrojaner, Abschußssgenehmigungen für Passagierflugzeuge, Terror-Dateien und zentrale Fingerabdruck-Datenbanken einzuführen versucht. Eine Volkspartei, deren Parteivorsitzende und Bundeskanzlerin nicht nur den Irakkrieg für eine gute Idee zur Terrorbekämpfung hielt, sondern die auch seltsame Visionen zur Zukunft unserer Gesellschaft hegt: "Wir werden nicht zulassen, dass technisch manches möglich ist, aber der Staat es nicht nutzt."
Denn sie wissen nicht, was sie tun - Spiegel Online
Eine in der Schweiz entwickelte und seit Jahren von Gerüchten umwehte Software zum heimlichen Abhören von Skype hat ihr Entwickler nun als Open Source veröffentlicht. Er will damit auf die Risiken aufmerksam machen, die durch die Existenz solcher Programme entstehen.
Schweiz spioniert in Skype
Ruben Unteregger hat rund sieben Jahre lang als Softwareentwickler beim Schweizer Unternehmen ERA IT Solutions gearbeitet. Seine Aufgabe dort war das Erstellen von Schadprogrammen, die ein Eindringen in die Computer von Privatanwendern ermöglichen soll.
Bundestrojaner - ein Programmierer packt aus
Der Dienst «Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr» (Üpf) will künftig nicht nur den herkömlichen Telefon- und Postverkehr überwachen, sondern bereitet die Einführung einer «Echtzeit-Überwachung der kompletten Kommunikation des Breitband-Internetanschlusses ». Dies umfasst aufgerufene Internetseiten, Kommunkation per E-Mail, in Chats, mittels Voice-over-IP (Skype) usw. Ab 1. August 2009 und bis spätestens Ende Juni 2010 müssen alle in der Schweiz ansässigen Internetprovider – auf eigene Kosten – entsprechende Schnittstellen für «Direktschaltungen» bereitstellen und sich beim «Dienst» zertifizieren lassen. Vor der Einführung der geplanten Richtlinien führte Der Dienst im Juni 2009 bei den Providern eine «vertrauliche Venehmlassung» durch. Die Antwortfrist betrugt nur gerade drei Wochen. Rechtlich stützt sich Der Dienst (zuvor «Dienst für Besondere Aufgaben», DBA) auf das
2002 in Kraft getretene «Bundesgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs» (BüPF, SR 780.1 ) – bereits mehrfach für einen Big Brother Award nominiert und Preisträger 2002.
EJPD, Dienst "Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr" (ÜPF): Vollständige Echtzeitüberwachung des Internetverkehrs
Zum PDF-Dokument, hinterlegt auf bigbrotherawards.ch
Blogartikel zum Thema:
Bundestrojaner
Bundestrojaner späht Passwörter aus
Gibt es den Bundestrojaner wirklich?
Sicherheitsprogramm mit Bundestrojaner inklusive
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